KI-Bilder kennzeichnen gehört für viele Websites inzwischen dazu. Wer mit Midjourney, Firefly oder Gemini Titelbilder, Produktfotos oder Illustrationen erzeugt, sollte seinen Besuchern sagen, woher diese Bilder stammen. Ich zeige dir, warum sich das lohnt, was die EU-KI-Verordnung grob dazu sagt, wie du KI-Bilder an ihren Metadaten erkennst und wie du die Kennzeichnung in WordPress umsetzt. Als Beispiel dient mein eigenes Plugin AI Label 24.
Warum du KI-Bilder kennzeichnen solltest
KI-Bilder sind schnell gemacht und oft richtig gut. Gerade deshalb fragt sich mancher Besucher bei einem perfekten Teamfoto oder einer makellosen Werkstatt, ob das echt ist. Wenn du die Antwort gibst, bevor jemand fragt, wirkt deine Website ehrlicher.
Vertrauen ist der wichtigste Grund
Stell dir vor, ein Kunde erkennt auf deiner Leistungsseite ein KI-Bild, das wie ein echtes Foto aus deinem Betrieb aussieht. Ab dann liest er auch deine übrigen Aussagen mit mehr Skepsis. Ein kleines Label „KI-generiert“ nimmt diesen Zweifel vorweg. Es zeigt, dass du moderne Werkzeuge nutzt und offen damit umgehst.
Ich halte es in diesem Blog genauso. Die Bilder hier sind mit KI erzeugt und auch so gekennzeichnet. Du siehst das Label direkt auf dem Bild, beim Lesen stört es nicht.
Was der EU AI Act für deine Website bedeutet
Wenn von einer KI-Kennzeichnungspflicht die Rede ist, geht es meist um Artikel 50 der EU-KI-Verordnung, auf Englisch EU AI Act. Er regelt Transparenzpflichten für bestimmte KI-Inhalte, vereinfacht auf zwei Ebenen. Anbieter von KI-Systemen, die Bilder, Videos, Audio oder Texte erzeugen, sollen ihre Ergebnisse maschinenlesbar als künstlich erzeugt markieren. Wer ein KI-System nutzt, um sogenannte Deepfakes zu erstellen, muss offenlegen, dass der Inhalt künstlich erzeugt oder verändert wurde.
Als Deepfake gilt dabei ein Bild, Video oder Ton, der echten Personen, Orten, Gegenständen oder Ereignissen ähnelt und fälschlich echt wirken würde. Ein realistisches „Foto“ deines Teams oder deiner Werkstatt kann schnell in diese Nähe kommen. Bei einer erkennbar gezeichneten Illustration liegt das weniger nahe.
Wo genau die Grenze verläuft, hängt vom Einzelfall ab, und dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Viele Websitebetreiber kennzeichnen KI-Bilder deshalb grundsätzlich. Das ist im Alltag einfacher, als jedes Bild einzeln rechtlich einzuordnen.

Was du kennzeichnen solltest
Nicht jedes Bild auf deiner Website braucht ein Label. Echte Fotos von deinem Team oder aus deinem Betrieb bleiben, was sie sind. Interessant wird es bei allem, was eine KI erzeugt oder deutlich verändert hat.
| Inhalt | Beispiel | Empfehlung |
|---|---|---|
| Realistische KI-Fotos von Menschen oder Orten | Teamfoto, Beratungssituation, Werkstatt | Auf jeden Fall kennzeichnen |
| KI-generierte Produktbilder | Produkt in einer Szene, die es nie gab | Kennzeichnen, gerade im Shop |
| Titel- und Stimmungsbilder | Blogbilder, große Bilder im Kopfbereich | Kennzeichnen |
| Fotos mit starker KI-Bearbeitung | ausgetauschter Hintergrund, eingefügte Personen | Kennzeichnen |
| Erkennbar künstliche Illustrationen | Comic-Stil, abstrakte Grafiken | Empfehlenswert, Verwechslung kaum möglich |
| Fotos mit üblicher Bearbeitung | Zuschnitt, Helligkeit, Farbkorrektur | Meist kein Label üblich |
Als Faustregel gilt: Könnte ein Besucher das Bild für ein echtes Foto halten, obwohl es keines ist, kommt ein Label drauf. Für Videos gilt dasselbe, und im Zweifel kennzeichnest du lieber einmal zu viel.
Wie du KI-Bilder erkennst
Bei eigenen Bildern weißt du meistens, woher sie kommen. Schwieriger wird es bei einer Mediathek, die über Jahre gewachsen ist, oder wenn mehrere Leute Inhalte einstellen. Dann helfen die Metadaten, die viele KI-Werkzeuge in die Datei schreiben.
Diese Metadaten verraten KI-Bilder
- C2PA bzw. Content Credentials: ein Standard, mit dem Programme Herkunft und Bearbeitung einer Datei dokumentieren.
- IPTC DigitalSourceType: ein Feld, das angibt, ob ein Bild von einer Kamera stammt oder algorithmisch erzeugt wurde.
- EXIF-Feld „Software“: nennt manchmal das Programm, mit dem das Bild erstellt wurde.
- Prompt-Daten in PNG-Dateien: manche Generatoren speichern die Eingabe direkt in der Datei.
- Dateinamen: viele Generatoren benennen ihre Bilder nach einem typischen Muster.
Genau diese Merkmale liest die automatische Erkennung in der Pro-Version von AI Label 24. Sie kennt über 80 Generatoren, darunter Midjourney, Adobe Firefly, Gemini, Stable Diffusion, FLUX und Leonardo.Ai.
Wo die Erkennung an Grenzen stößt
Metadaten sind kein sicherer Beweis. Bildbearbeitung, Komprimierung oder ein einfacher Screenshot können sie entfernen, sodass manche KI-Bilder gar keine Marker mehr tragen. Ein Bild ohne Marker ist also nicht automatisch echt.
Eine automatische Erkennung hilft dir beim Vorsortieren, die Entscheidung triffst du am Ende selbst. Am zuverlässigsten markierst du KI-Bilder direkt beim Hochladen. Zu diesem Zeitpunkt weißt du noch genau, woher sie stammen.
KI-generierte Inhalte in WordPress kennzeichnen
Für die Umsetzung auf der Website gibt es mehrere Wege. Sie unterscheiden sich im Aufwand und darin, ob das Label bei jeder Verwendung des Bildes auch wirklich erscheint.
Hinweis in der Bildunterschrift
Der einfachste Weg ist ein Satz unter dem Bild. Bei einzelnen Bildern im Blog klappt das gut. In Slidern, Hintergrundbildern und Produktgalerien gibt es aber meist keine Bildunterschrift. Ein Sammelhinweis im Impressum fällt Besuchern kaum auf und hilft deshalb wenig.
Label direkt ins Bild einarbeiten
Du kannst „KI-generiert“ auch im Bildprogramm in die Datei schreiben. Dann hängt das Label fest am Bild. Dafür bearbeitest du jede Datei einzeln, und wenn du später Text oder Design ändern willst, fängst du von vorn an. Auf kleinen Vorschaubildern ist eingebrannte Schrift außerdem oft kaum zu lesen.
Label per Plugin über das Bild legen
Ein Plugin legt das Label beim Anzeigen über das Bild, die Datei selbst bearbeitest du nicht. Du markierst ein Bild einmal in der Mediathek, und das Label erscheint überall, wo das Bild eingebunden ist. Willst du Text oder Aussehen ändern, stellst du das an einer einzigen Stelle um.
In fünf Schritten zur Kennzeichnung
- Bestand aufnehmen: Geh deine Mediathek durch und halte fest, welche Bilder von einer KI stammen. Bei vielen Bildern hilft ein Metadaten-Scan.
- Regel festlegen: Entscheide, was du kennzeichnest, zum Beispiel anhand der Tabelle oben.
- Label gestalten: Wähle einen kurzen Text wie „KI-generiert“, eine gut lesbare Größe und eine Position, die nichts Wichtiges verdeckt.
- Bilder markieren: Setze die Markierung in der Mediathek und schau dir die wichtigsten Seiten danach im Browser an, auch auf dem Handy.
- Neue Bilder gleich markieren: Mach das Markieren zum festen Schritt beim Hochladen. Sonst entsteht nach ein paar Monaten die nächste Lücke.
Was AI Label 24 kann
AI Label 24 ist eines meiner fünf eigenen WordPress-Plugins. Ich habe es gebaut, weil ich für meine Kundenprojekte eine saubere Lösung für die Kennzeichnung gebraucht habe. Es gibt eine freie Version im offiziellen WordPress-Verzeichnis und eine Pro-Version, die über meinen eigenen Lizenzserver läuft. Alle Details stehen auf ai-label24.de.
Die freie Version: Image AI Labels
Im WordPress-Verzeichnis heißt die freie Version Image AI Labels. Nach der Installation hat die Listenansicht deiner Mediathek eine neue Spalte „KI-Label“. Dort setzt du bei jedem KI-Bild einen Haken, und das Label erscheint automatisch überall, wo das Bild in Beiträgen und Seiten ausgegeben wird.
- Label-Text auf Deutsch und Englisch, passend zur Sprache der Website
- einstellbare Schriftgröße, Innenabstand und Deckkraft des Hintergrunds
- 9 Positionen auf dem Bild plus eigener Abstand zum Rand
- Live-Vorschau in den Einstellungen
- gut lesbares Standard-Design mit schwarzem Hintergrund und weißer Schrift
- Kennzeichnung auch bei WooCommerce-Produktbildern in Shop-Übersicht und Produktseite
Die Position berechnet das Plugin anhand der tatsächlichen Bildgröße, damit das Label auch in responsiven Layouts richtig sitzt. Es verbindet sich mit keinem externen Dienst und überträgt keine Daten. Wenn du normale Bilder kennzeichnen willst, reicht die freie Version aus.
Die Pro-Version
Die Pro-Version ist ein eigenständiges Plugin. Sie ist für Websites gedacht, auf denen KI-Bilder auch an Stellen auftauchen, die nicht als normales Bild ausgegeben werden. Diese Funktionen kommen dazu:
- Hintergrundbilder kennzeichnen, etwa in Elementor, Divi, WPBakery, Beaver Builder oder Bricks
- Beitragsbilder und Vorschaubilder in Blog-Listen, auch wenn Themes und Page-Builder wie Elementor, Kadence oder Impreza sie selbst ausgeben
- WooCommerce-Produktbilder zentral verwalten, inklusive Varianten und Lightbox
- eigene Schrift- und Hintergrundfarbe sowie eine eigene Schriftart, auf Wunsch von Google Fonts
- mehrere Bilder auf einmal in der Mediathek markieren
- eine Übersicht aller markierten KI-Bilder als Liste oder Kacheln, mit Suche
- automatische KI-Erkennung über die Metadaten, derzeit als Beta

Die KI-Erkennung prüft deine Mediathek auf Klick und gibt jedem Bild einen Punktwert von 0 bis 100. Dazu siehst du eine Sicherheitsstufe und den Grund für den Treffer. Automatisch markiert werden nur Bilder ab der Stufe „Sehr wahrscheinlich“, über alle anderen entscheidest du selbst.
Der Scan läuft auf deinem eigenen Server, es wird kein Bild hochgeladen. Weil die Funktion noch Beta ist und nicht jedes KI-Bild Marker trägt, solltest du die Treffer trotzdem durchsehen. Wechselst du von der freien Version, deinstallierst du sie und installierst die Pro-Version. Deine Markierungen und Einstellungen bleiben dabei erhalten.
Wann AI Label 24 zu dir passt
Ein Plugin lohnt sich, sobald du regelmäßig KI-Bilder einsetzt und sie an mehreren Stellen verwendest. Hast du nur zwei oder drei KI-Bilder auf einer kleinen Website, kann auch ein Satz in der Bildunterschrift reichen.
Die freie Version passt, wenn
- deine KI-Bilder als normale Bilder in Beiträgen, Seiten oder im Shop eingebunden sind,
- dir das Standard-Design mit wählbarer Position genügt,
- du eine schlanke Lösung ohne Lizenz suchst.
Zur Pro-Version greifst du, wenn
- dein Page-Builder KI-Bilder als Hintergrund einsetzt,
- dein Theme die Beitragsbilder in Blog-Listen selbst erzeugt,
- du einen WooCommerce-Shop mit KI-Produktbildern und Varianten betreibst,
- deine Mediathek groß ist und du einen Metadaten-Scan zum Vorsortieren willst,
- das Label in Farbe und Schrift zu deinem Corporate Design passen soll.
AI Label 24 ist ein WordPress-Plugin, für Websites mit anderen Systemen ist es also nichts. Die Kompatibilitätsliste auf ai-label24.de nennt außerdem zwei Fälle, in denen die Kennzeichnung nicht greift: Hintergrundbilder, die nur über eine externe CSS-Klasse eingebunden sind, und Elementor-Hintergründe vom Typ Verlauf oder Video. Wenn du deine Bilder ohnehin mit eingebranntem Hinweis aus dem Bildprogramm exportierst, brauchst du kein zusätzliches Label.
Kurz zu mir: Ich bin Erwin Meindl aus Nürtingen, entwickle seit 2016 Websites und Software und betreue über 40 Websites. Neben AI Label 24 gibt es vier weitere eigene WordPress-Plugins. Die findest du zusammen mit meiner übrigen Software unter Software.
Häufige Fragen
Gilt die KI-Kennzeichnungspflicht für jedes Bild auf meiner Website?
Das hängt vom Bild ab. Die EU-KI-Verordnung verlangt eine Offenlegung vor allem bei sogenannten Deepfakes, also bei Inhalten, die fälschlich echt wirken würden. Wie das im Einzelfall aussieht, klärst du am besten mit einem Anwalt. Viele Websitebetreiber kennzeichnen KI-Bilder deshalb grundsätzlich, weil das einfacher und für Besucher klarer ist.
Erkennt AI Label 24 KI-Bilder automatisch?
In der freien Version entscheidest du pro Bild per Haken in der Mediathek. Die Pro-Version hat zusätzlich eine automatische Erkennung, die Metadaten wie C2PA, IPTC DigitalSourceType und EXIF ausliest. Sie ist noch Beta, deshalb solltest du die Treffer prüfen.
Verändert das Plugin meine Bilddateien?
Nein. Das Label wird beim Anzeigen über das Bild gelegt, die Datei in der Mediathek bleibt unangetastet. Änderst du später Text oder Position des Labels, gilt das sofort für alle markierten Bilder.
Funktioniert die Kennzeichnung mit Elementor und WooCommerce?
Normale Bilder kennzeichnet schon die freie Version mit jedem Theme und Page-Builder, solange sie als reguläres Bild ausgegeben werden. Das gilt auch für WooCommerce-Produktbilder in Shop-Übersicht und Produktseite. Hintergrundbilder in Elementor und anderen Buildern, Vorschaubilder in Blog-Listen sowie Varianten und Lightbox im Shop deckt die Pro-Version ab.
Am schnellsten siehst du, ob AI Label 24 zu deiner Website passt, wenn du die freie Version installierst und ein paar KI-Bilder markierst. Hast du Fragen zu deinem Theme oder zur Pro-Version, schreib mir über die Kontaktseite.

// geschrieben von
Erwin Meindl
Entwickler aus Nürtingen. Baut seit 2016 Webseiten und Software für Unternehmen, dazu eigene WordPress-Plugins und die Außendienst-Software Turnus.
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